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Konstanz, Germany
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Bodenverflüssigungsanalyse in Konstanz: Labor- und Felduntersuchungen für seismisch belastete Untergründe

Wenn der schwere SPT-Hammer im Tiefgründungsgerät mit 76 kg Fallgewicht auf die Schlagstange trifft und die Schlagzahlen für die ersten 15 Zentimeter praktisch verschwinden, wissen wir sofort: Hier haben wir es mit lockerem, wassergesättigtem Sand zu tun, der unter zyklischer Belastung spontan seine Struktur verlieren kann. In Konstanz mit seinen quartären Seesedimenten und den sandigen Schwemmfächern, die sich um den Seerhein in Richtung Wollmatinger Ried erstrecken, ist dieser Befund nicht selten. Wir fahren dann mit der Messsonde des CPT-Versuchs weitere Tiefenstufen ab, um den Porenwasserdruck und die Spitzendruckverhältnisse direkt im Feld zu erfassen. Die CPT-Versuche liefern uns dabei ein nahezu kontinuierliches Profil, bevor wir im Labor die zyklischen Triaxialversuche ansetzen und den Boden so beanspruchen, wie es ein Erdbeben der Stärke 6,5 in der Region Bodensee-Oberschwaben tun würde.

Verflüssigung ist kein theoretisches Modell: Bei lockerem, wassergesättigtem Sand reichen wenige Sekunden zyklischer Belastung, und der Boden verhält sich wie eine schwere Flüssigkeit.

Unser Ansatz

In Konstanz sehen wir oft, dass die Verflüssigungsneigung selbst auf kurze Distanz extrem variiert. Ein Grundstück nahe der B 33 kann völlig andere Schichtlagerungen aufweisen als eines im Paradies, weil sich der alte Flusslauf des Rheins und die postglazialen Seetone hier auf wenigen Metern abwechseln. Wir arbeiten deswegen immer mit einer Kombination aus schwerer Rammsondierung und dynamischer Plattendruckprüfung, um die Lagerungsdichte nicht nur punktuell, sondern flächig zu bewerten. Die Probenentnahme erfolgt mit dünnwandigen Stahlzylindern, um das Bodenskelett ungestört ins Labor nach ISO 17025 zu überführen. Dort simulieren wir die seismische Einwirkung nach DIN EN 1998-5 und stufen das Verflüssigungspotenzial in die Kategorien LPI (Liquefaction Potential Index) ein. Der Grenzwert ist hier schnell erreicht: Schon ein Feinanteil von weniger als 15 Prozent in Kombination mit einem Grundwasserstand über 2,5 Meter unter Geländeoberkante kann kritisch werden.
Bodenverflüssigungsanalyse in Konstanz: Labor- und Felduntersuchungen für seismisch belastete Untergründe

Örtliche Baugrundfaktoren

Konstanz hat eine besondere historische Entwicklung: Der Stadtkern liegt auf einer schmalen Moränenzunge, die sich zwischen dem Seerhein und dem Obersee schiebt. Die Bebauung der weichen Uferzonen und Auffüllungen begann erst ab dem 19. Jahrhundert, als man die Fläche für den Hafen und das Industriegebiet Stromeyersdorf brauchte. Diese anthropogenen Auffüllungen und die natürlich anstehenden lakustrinen Sedimente sind im Erdbebenfall hochgradig verflüssigungsgefährdet. Die seismische Mikrozonierung der Region weist für Konstanz Bemessungsspitzenbeschleunigungen bis 0,8 m/s² aus. Wenn ein Bauherr hier auf eine Bodenverflüssigungsanalyse verzichtet und auf einer flachen Bodenplatte gründet, riskiert er im Schadensfall nicht nur Setzungen von mehreren Dezimetern, sondern einen kompletten Tragfähigkeitsverlust des Baugrunds innerhalb der ersten zehn Sekunden eines Starkbebens.

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Geltende Normen

DIN EN 1998-5:2010-12 (Eurocode 8, Teil 5), DIN 4094-3:2002-01 (Baugrund – Felduntersuchungen – Teil 3), DIN EN ISO 17892 (Geotechnische Erkundung – Laborversuche)

Ergänzende Leistungen

01

Feldkampagne nach DIN 4094

SPT-Bohrung mit Probenentnahme, CPTu-Sondierung zur Porenwasserdruckmessung und schwere Rammsondierung für die flächige Dichtebeurteilung.

02

Zyklische Triaxialversuche

Ungestörte Proben werden im Labor zyklisch belastet, um die Porenwasserdruckentwicklung und den Verflüssigungszeitpunkt zu bestimmen.

03

LPI-Berechnung und Mikrozonierung

Wir erstellen standortbezogene LPI-Karten und stufen das Verflüssigungsrisiko für das gesamte Baufeld in drei Gefährdungsklassen ein.

04

Gründungsberatung mit Maßnahmenplan

Falls der Baugrund als verflüssigungsgefährdet eingestuft wird, entwickeln wir einen Katalog aus Tiefgründung, Rüttelverdichtung oder Schottersäulen.

Typische Parameter

ParameterTypischer Wert
Untersuchungsverfahren FeldSPT (Bohrloch), CPT/CPTu, Rammsondierung DPH
LaborversucheZyklischer Triaxialversuch, Korngrößenanalyse, Atterberg-Grenzen
Normative GrundlageDIN EN 1998-5:2010-12, DIN 4094-3, DIN EN ISO 17892
BewertungskriterienLiquefaction Potential Index (LPI), CSR/CRR-Verhältnis
Untersuchungstiefe in Konstanzi.d.R. 8 bis 20 m unter GOK, je nach Sedimentmächtigkeit
ProbenentnahmeDünnwandige Stahlzylinder (ungestörte Probe), Schappe (gestört)
BerichtsformatGeotechnischer Bericht mit LPI-Karte und Gründungsempfehlung

Häufig gestellte Fragen

Was kostet eine Bodenverflüssigungsanalyse in Konstanz für ein Einfamilienhaus?

Für ein Einfamilienhaus in Konstanz liegen die Kosten für eine vollständige Verflüssigungsanalyse inklusive zweier SPT-Bohrungen, CPTu-Sondierung und zyklischen Triaxialversuchen je nach Aufschlusstiefe und Probenanzahl zwischen €2.530 und €3.660. Wir erstellen vorab ein Angebot mit genauer Leistungsbeschreibung.

Ab wann ist eine Verflüssigungsuntersuchung nach DIN EN 1998-5 in Konstanz verpflichtend?

Die Untersuchung ist erforderlich, wenn der Baugrund in Konstanz bis in die relevante Tiefe locker gelagerte, wassergesättigte Sande oder Schluffe aufweist und die Bemessungsspitzenbeschleunigung nach seismischer Karte über 0,4 m/s² liegt. Die Notwendigkeit wird im geotechnischen Vorbericht festgelegt.

Welche Bodenverbesserungsmethoden kommen bei Verflüssigungsgefahr in Konstanz in Frage?

Bei verflüssigungsgefährdeten Böden in Konstanz setzen wir je nach Tiefenlage und Bebauung meist auf Rüttelverdichtung (Vibroflotation), den Einbau von Schottersäulen oder eine Tiefgründung mit Pfählen, die in die tragfähige Moräne unter den Seesedimenten einbinden.

Standort und Servicegebiet

Wir betreuen Projekte in Konstanz und Umgebung.

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