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Konstanz, Germany
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Felddurchlässigkeitsversuch (Lefranc/Lugeon) in Konstanz: Normgerechte Durchlässigkeitsbestimmung

Die DIN EN ISO 22282 regelt die Durchführung von Felddurchlässigkeitsversuchen. In Konstanz ist diese Norm mehr als ein Papierstandard. Die Stadt am Bodensee, mit ihren 85.000 Einwohnern auf nur 55 Quadratkilometern, verdichtet Baugrund und Hydrologie auf engstem Raum. Der Seerhein durchschneidet das Stadtgebiet und prägt die Grundwasserverhältnisse. Wir sehen in unserer täglichen Arbeit, dass die Durchlässigkeit des Untergrunds hier stark schwankt – von kiesigen Ablagerungen des Rheingletschers bis zu feinkörnigen Seesedimenten. Ein Wasserdruckversuch im Bohrloch liefert Kennwerte, die kein Laborversuch ersetzen kann. Bevor ein Bauvorhaben in Ufernähe startet, muss der kf-Wert am gewachsenen Boden sitzen. Das ist der Moment, in dem der Lefranc- oder Lugeon-Versuch ins Spiel kommt.

In Konstanz bestimmen die wechselnden Seewasserstände den Porenwasserdruck – der Feldversuch erfasst diese Dynamik direkt am ungestörten Untergrund.

Unser Ansatz

Der Bodensee wirkt als thermischer Puffer, aber die saisonalen Pegelschwankungen sind das eigentliche Thema in Konstanz. Im Frühjahr steigt der See oft um mehr als einen Meter an. Das verändert die effektiven Spannungen im Untergrund und damit die gemessene Durchlässigkeit. Deshalb planen wir die Versuche bevorzugt in den Monaten mit mittleren Wasserständen. Die Auswertung nach Lefranc erfolgt bei konstantem oder variablem Druck, je nach Schicht. In geklüfteten Molassefelsen, die im Konstanzer Untergrund ab etwa 15 Meter Tiefe anstehen, wechseln wir auf das Lugeon-Verfahren. Der Versuch läuft dann in einzelnen Druckstufen über eine Doppelpacker-Abdichtung. So erkennen wir, ob sich Klüfte bei höherem Druck weiten oder mit Feinmaterial zusetzen. Diese Information ist für die Abdichtung von Baugruben und die Bemessung von Wasserhaltungen entscheidend. Ergänzend ziehen wir bei komplexen Schichtfolgen die Korngrößenanalyse zur Kalibrierung der Feldwerte heran.
Felddurchlässigkeitsversuch (Lefranc/Lugeon) in Konstanz: Normgerechte Durchlässigkeitsbestimmung

Örtliche Baugrundfaktoren

Das Gestänge für den Felddurchlässigkeitsversuch wird am Bohrpunkt zusammengeschraubt. Ein unscheinbarer Fehler – ein undichter Packer, ein falsch gesetzter Filterkies – und der ganze Versuch ist wertlos. In Konstanz kommt die Enge der Altstadtgassen dazu. Wir arbeiten oft mit kompakten Raupengeräten, die die Verrohrung nur knapp am Nachbargebäude vorbei abteufen können. Der Lugeon-Versuch im Fels unterhalb der Niederburg erfordert besondere Vorsicht: Die historische Bausubstanz reagiert empfindlich auf Erschütterungen und Wasserdruckänderungen. Ein unkontrollierter Druckaufbau im Bohrloch könnte feine Risse im Mauerwerk weiten. Unser Team fährt die Druckstufen deshalb extrem langsam an und überwacht das Bohrloch permanent mit einem Datenlogger. Jeder Versuch wird vor Ort auf Plausibilität geprüft, nicht erst im Büro. So schließen wir Messartefakte sofort aus.

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Geltende Normen

DIN EN ISO 22282-2:2012 – Versuch mit offenem System im Bohrloch, DIN EN ISO 22282-3 – Wasserdruckversuch im Fels, DIN 18300 – Erdarbeiten, VOB Teil C

Ergänzende Leistungen

01

Lefranc-Versuch im Lockergestein

Durchführung in Kies, Sand oder Seeton mit konstanter oder variabler Druckhöhe. Inklusive Ausbau der Messstrecke und Bestimmung des kf-Werts nach Hvorslev.

02

Lugeon-Versuch im Fels

Wasserdruckversuch mit Doppelpacker in geklüftetem Molassefels. Fünf Druckstufen pro Versuchsintervall, Auswertung nach Lugeon und Moye.

03

Dokumentation und Bericht

Zusammenstellung der Versuchsdaten, Plausibilitätsprüfung und Angabe des bemessungsrelevanten Durchlässigkeitsbeiwerts für die weitere Planung.

Typische Parameter

ParameterTypischer Wert
VersuchsartLefranc (variable Druckhöhe) / Lugeon (Druckstufen)
Bohrdurchmesser100–146 mm, abhängig von der Tiefe
PackersystemEinfach- oder Doppelpacker, pneumatisch
DruckmessungDruckaufnehmer mit digitaler Aufzeichnung
Auswertungkf-Wert nach Hvorslev, Moye oder DIN 18300
GültigkeitsbereichLockergestein (Lefranc) / Fels (Lugeon)
NormgrundlageDIN EN ISO 22282-2 und -3

Häufig gestellte Fragen

Welcher Versuch ist für meinen Baugrund in Konstanz der richtige?

Das hängt von der Tiefe und dem Material ab. Im Lockergestein, das in Konstanz meist bis 15 Meter Tiefe ansteht, verwenden wir den Lefranc-Versuch. Darunter, im Molassefels, kommt der Lugeon-Versuch zum Einsatz. Unser technisches Team legt die Versuchsart nach der Bohrkernansprache fest.

Was kostet ein Felddurchlässigkeitsversuch?

Die Kosten liegen zwischen €500 und €1020 pro Versuch, abhängig von der Tiefe, der Anzahl der Messintervalle und dem erforderlichen Packersystem. Ein Vor-Ort-Termin zur Erkundung der Zugänglichkeit ist vor der Angebotslegung sinnvoll.

Warum kann ich den kf-Wert nicht einfach im Labor bestimmen?

Laborversuche arbeiten an kleinen, gestörten oder ungestörten Proben. Sie erfassen nicht die Inhomogenitäten, Klüfte oder Schichtungen, die den Wasserfluss im Untergrund von Konstanz tatsächlich steuern. Der Feldversuch misst die Durchlässigkeit im größeren Maßstab und berücksichtigt die natürliche Lagerung. Mehr Info.

Standort und Servicegebiet

Wir betreuen Projekte in Konstanz und Umgebung.

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