Die Moränenböden und Seeablagerungen um Konstanz bringen für den Straßenbau eine besondere Herausforderung mit sich: stark variierende Tragfähigkeiten auf kürzester Distanz. Der CBR-Wert nach DIN EN 13286-47 ist hier der entscheidende Kennwert, bevor eine Frostschutzschicht dimensioniert wird. Unser Labor in der Region prüft gestörte und ungestörte Proben im 3-Punkt-Versuch bei optimalem Wassergehalt. Gerade die feinsandigen, teils kiesigen Böden der Niederterrasse reagieren empfindlich auf Wasserzutritt – der Quellversuch ist obligatorisch. Im Stadtgebiet von Konstanz mit seinen engen Erschließungsstraßen und dem hohen Radverkehrsanteil muss der Oberbau präzise auf den Untergrund abgestimmt sein. Wir liefern die CBR-Kennziffer für den Plattendruckversuch, damit der Verformungsmodul Ev2 auf der gleichen Bodenklasse abgesichert werden kann.
Ein CBR von 30 % im Kies bedeutet nicht automatisch einen frostsicheren Oberbau – die Wasserdurchlässigkeit muss stimmen.
Unser Ansatz
Örtliche Baugrundfaktoren
In Konstanz sehen wir häufig, dass bei Bauvorhaben in Hanglage oder auf aufgefüllten Seeablagerungen der CBR-Versuch unterschätzt wird. Ein gemessener CBR von 8 % im Untergrund und die geforderte Tragfähigkeit für eine Busspur passen nicht zusammen. Die Versuchsdauer von einer Woche wird dann zum Engpass. Manche Laboratorien prüfen nur den ungetränkten Zustand – das ist unzulässig nach ZTV E-StB. Der Quellvorgang kann bei Tonen mit hoher Plastizität den CBR-Wert halbieren. Wer den starren Belag direkt auf einen unzureichend untersuchten Unterbau setzt, riskiert Kantenabplatzungen nach dem ersten Winter. Die Frost-Tau-Wechsel am Bodensee sind aggressiv. Unser Protokoll für Konstanz: CBR an drei Probekörpern, Mittelwertbildung, Abweichung max. 15 %. Wenn die Streuung größer ist, wiederholen wir den Proctor.
Geltende Normen
DIN EN 13286-47 – Ungebundene Gemische – CBR-Prüfung, RStO 12 – Richtlinien für die Standardisierung des Oberbaus, ZTV SoB-StB – Zusätzliche Technische Vertragsbedingungen Schichten ohne Bindemittel, ZTV E-StB – ZTV Erdarbeiten im Straßenbau, TP BF-StB – Technische Prüfvorschriften Boden und Fels
Ergänzende Leistungen
Proctorversuch
Bestimmung der optimalen Dichte und des optimalen Wassergehalts als Basis für die CBR-Verdichtung nach DIN 18127.
Quellversuch
Vier-Tage-Wasserlagerung mit Messung der vertikalen Verformung vor dem Eindrücken des Stempels.
Körnungsanalyse kombiniert
Siebung + Sedimentation für den Feinanteil unter 0,063 mm zur Bodenklassifikation nach DIN 18196.
Plattendruckversuch vor Ort
Statischer Lastplattendruckversuch auf der fertigen Tragschicht zur Kontrolle von Ev2 und Evd-Wert.
Typische Parameter
Häufig gestellte Fragen
Was kostet eine CBR-Studie in Konstanz?
Für den CBR-Versuch inklusive Proctor und Quellversuch liegen die Kosten zwischen €140 und €250 pro Probenserie. Der Preis hängt von der Probenanzahl und der Überkorngröße ab. Bei mehr als 30 % Überkornanteil ist eine gesonderte Sieblinie nötig.
Wie viele Probekörper brauche ich für eine CBR-Studie?
Drei Probekörper pro Bodengruppe sind das Minimum. Einer wird ohne Wasserlagerung geprüft, zwei nach vier Tagen Wasserbad. Bei stark heterogenem Baugrund wie den Konstanzer Moränen empfehlen wir fünf Probekörper für eine statistisch belastbare Mittelwertbildung.
Welche CBR-Werte gelten als ausreichend für eine Straße?
Die RStO 12 fordert auf dem Planum einen CBR von mindestens 20 % für Tragschichten ohne Bindemittel. Bei Frostschutzschichten unter Asphalt sind 30 % das Minimum. Werte unter 10 % erfordern Bodenaustausch oder Bindemittelbehandlung.
Kann der CBR-Versuch auch bei grobem Kies durchgeführt werden?
Ja, bis zu einem Größtkorn von 22,4 mm. Material über 22,4 mm wird abgesiebt und der Anteil protokolliert. Bei mehr als 30 % Überkorn muss der CBR-Wert auf die Originalsieblinie korrigiert werden – das ist bei den Flusskiesen des Seerheins häufig der Fall.
