Konstanz ist bodenmechanisch eine zweigeteilte Stadt: Nördlich der Bahnlinie dominieren die sandig-kiesigen Schotterterrassen des Rheingletschers, während man im Paradies und entlang des Seerheins schon auf 1,50 Meter Tiefe auf weiche, setzungsempfindliche Seetone trifft. Diese Unterschiede auf wenigen hundert Metern Distanz machen die Felddichtebestimmung mit dem Sandkegelverfahren hier zu einer anspruchsvollen Routineaufgabe. Wer im Industriegebiet Oberlohn eine Halle gründet, braucht völlig andere Verdichtungskennwerte als jemand, der im Stadtteil Petershausen eine Baugrube direkt am Seeufer erstellt. Seit Jahren begleiten wir solche Projekte und kennen die kritischen Zonen genau. Die Dichteprüfung vor Ort liefert dabei jene Sicherheit, die Proctorwerte allein nicht geben können – nämlich den Nachweis, dass der eingebaute Boden tatsächlich trägt, was die Statik voraussetzt. Ergänzend zur Verdichtungskontrolle setzen wir bei inhomogenen Auffüllungen oft den Plattendruckversuch ein, um das Verformungsverhalten unter dynamischer Last direkt auf der Planumsebene zu beurteilen.
Ein Verdichtungsgrad von 98 Prozent auf dem Papier nützt nichts, wenn der Sandkegel auf einer einzigen groben Kieskomponente aufsitzt – darum prüfen wir in Konstanz immer mit drei Messpunkten pro Lage.
Unser Ansatz
Örtliche Baugrundfaktoren
Wenn in Konstanzer Baugruben etwas schiefläuft, dann meist an der Schnittstelle zwischen gewachsenem Molassefels und künstlicher Auffüllung. Wir sehen immer wieder, dass der Sandkegelversuch in diesen Übergangsbereichen zu optimistisch ausfällt, weil der Prüfstollen versehentlich im felsigen Anteil sitzt und nicht in der verdichteten Schicht. Ein zu hoch ausgewiesener Verdichtungsgrad kaschiert dann Setzungsnester, die sich erst zwei Jahre später zeigen – als Risse im flexiblen Belag oder als abgesackte Pflasterfläche. Für Baugruben in der Altstadt, wo oft mit beengten Platzverhältnissen gearbeitet wird und historische Kellerwände den Verdichtungsprozess behindern, empfehlen wir zusätzlich den CPT-Versuch zur tiefenorientierten Kontrolle der Lagerungsdichte. Nur so lässt sich ausschließen, dass unter einer gut verdichteten Deckschicht ein unverdichteter Horizont schlummert, der später zum Problem wird.
Geltende Normen
DIN 18125-2:2020-11 – Baugrund, Untersuchung von Bodenproben – Bestimmung der Dichte des Bodens – Teil 2: Feldversuche (Sandkegelverfahren), DIN EN 13286-2 – Ungebundene und hydraulisch gebundene Gemische – Teil 2: Laborprüfverfahren für die Trockendichte und den Wassergehalt, ZTV E-StB 17 – Zusätzliche Technische Vertragsbedingungen und Richtlinien für Erdarbeiten im Straßenbau, DIN 18196 – Erd- und Grundbau – Bodenklassifikation für bautechnische Zwecke
Ergänzende Leistungen
Proctorversuch (Referenzdichte)
Ermittlung der maximalen Trockendichte und des optimalen Wassergehalts nach DIN 18127 als Bezugsgröße für den Verdichtungsgrad. Wir führen den Proctorversuch mit demselben Material durch, das später im Feld geprüft wird.
Plattendruckversuch (statisch/dynamisch)
Bestimmung des Verformungsmoduls Ev2 und des Verdichtungsverhältnisses Ev2/Ev1 auf Planum, Tragschichten und Oberbau. Der Plattendruckversuch ergänzt den Sandkegel dort, wo die Dichte allein nicht ausreicht, um die Steifigkeit zu beurteilen.
Wassergehaltsbestimmung
Ofentrocknung oder Schnellbestimmung mit CM-Gerät vor Ort. Der Wassergehalt ist die zweite entscheidende Größe neben der Dichte – ein um 2 % abweichender Wassergehalt kann die Tragfähigkeit massiv reduzieren.
Typische Parameter
Häufig gestellte Fragen
Was kostet eine Felddichtebestimmung mit dem Sandkegelverfahren in Konstanz?
Für eine Felddichtebestimmung nach DIN 18125-2 in Konstanz und Umgebung liegen die Kosten üblicherweise zwischen 90 € und 140 € pro Messpunkt, abhängig von der Anzahl der Prüfstellen pro Baustellentag und der Zugänglichkeit. Bei mehr als zehn Messpunkten an einem Tag reduzieren sich die Einheitspreise spürbar. Der Preis beinhaltet Proctorversuch, Sandkegelgerät, Prüfsand und Dokumentation. Angebote erstellen wir stets projektbezogen.
Wie viele Messpunkte pro Lage sind gemäß ZTV E-StB erforderlich?
Die ZTV E-StB 17 gibt ein Prüfraster vor, das sich an der Fläche und der Homogenität des Bodens orientiert. Als Faustregel gilt bei gleichmäßigem Material ein Messpunkt je 500 m² und eingebauter Lage, jedoch mindestens drei Punkte pro zusammenhängender Verdichtungseinheit. In Konstanz empfehlen wir bei wechselnden Bodenverhältnissen – etwa im Übergang von Schotter zu Seeton – eine Verdichtung auf mindestens 250 m², um lokale Schwachstellen zuverlässig zu erkennen.
Warum kann bei grobkiesigen Böden der Sandkegelversuch das Ergebnis verfälschen?
Das Sandkegelverfahren setzt voraus, dass der Prüfsand die entnommene Grube vollständig und ohne Hohlräume ausfüllt. Enthält der Boden zu viele Grobkomponenten über 31,5 mm oder offene Poren, fließt der Sand in das Haufwerk ein und simuliert ein zu großes Volumen – die rechnerische Dichte fällt dann zu niedrig aus. In solchen Fällen ersetzen wir den Sandkegel durch das Ersatzverfahren mit Flüssigkeit oder kombinieren ihn mit dem Plattendruckversuch, um eine Fehlbewertung auszuschließen.
