Die bauliche Entwicklung von Konstanz ist seit jeher eng mit dem Bodensee und den angrenzenden Moränenhügeln verknüpft. Vom mittelalterlichen Stadtkern bis zu den neuen Quartieren in Paradies und Petershausen entstanden Bauwerke auf einem geotechnisch komplexen Untergrund. Wer heute in Konstanz ein Bauvorhaben plant, muss die Tragfähigkeit des Baugrunds präzise kennen. Der SPT (Standard Penetration Test) liefert dafür verlässliche Kennwerte zur Lagerungsdichte und Scherfestigkeit. In unserer Praxis kombinieren wir die SPT-Bohrung oft mit der Korngrößenanalyse, um das Feinanteilverhalten der Bodenseesedimente zu verstehen. Denn gerade in der Konstanzer Bucht wechseln sich sandige Kiese mit weichen Seetonlagen ab – das erfordert eine differenzierte Erkundungsstrategie.
Die Schlagzahlen des SPT liefern in den glazial geprägten Böden von Konstanz ein realistischeres Bild der Lagerungsdichte als viele Laborversuche allein.
Unser Ansatz
Örtliche Baugrundfaktoren
Kürzlich begleiteten wir ein Wohnbauprojekt auf dem ehemaligen Güterbahnhofareal in Konstanz. Die ersten SPT-Sondierungen zeigten in sieben Metern Tiefe eine weiche, organische Schicht, die auf alten Hafenablagerungen des Bodensees lag. Wäre die Pfahlgründung nur bis in diese Tiefe geführt worden, hätte der Bauherr mit unerwarteten Setzungen rechnen müssen. Dank der SPT-Daten konnten wir die Pfahllängen rechtzeitig um drei Meter in den tragfähigen Schotter darunter verlängern. Solche Überraschungen sind in einer Stadt mit einer über tausendjährigen Siedlungsgeschichte nicht selten. Auch in den Hangbereichen von Allmannsdorf kann ein zu knapp bemessener Erkundungsaufwand bei SPT-Bohrungen zu einer gefährlichen Unterschätzung der Kriechneigung führen, wenn die Schlagzahlen durch grobe Kiese verfälscht werden.
Geltende Normen
DIN EN ISO 22476-3, DIN 4020, DIN EN 1997-2, DIN 4094-2
Ergänzende Leistungen
SPT-Bohrkampagne mit geotechnischem Bericht
Durchführung von Standard Penetration Tests nach DIN EN ISO 22476-3 mit schwerem Rammgerät. Inklusive Dokumentation der Schlagzahlen, Entnahme gestörter Proben und Auswertung der Lagerungsdichte. Die Ergebnisse fließen in einen geotechnischen Bericht nach DIN 4020 ein, der die Bemessung von Flach- und Tiefgründungen in Konstanz ermöglicht.
Kombinierte Baugrunderkundung (SPT & CPT)
Gerade in den heterogenen Seesedimenten von Konstanz bewährt sich die Kombination von SPT und Drucksondierung (CPT). Wir stimmen die Bohr- und Sondierpunkte auf die lokale Geologie ab und liefern ein konsistentes Bodenprofil zur Bestimmung von Steifemoduln und Reibungswinkeln.
Typische Parameter
Häufig gestellte Fragen
Was kostet eine SPT-Sondierung in Konstanz?
Für eine SPT-Bohrung in Konstanz müssen Sie, abhängig von Tiefe und Gerätezugang, mit Kosten zwischen 450 und 730 Euro pro Aufschlusspunkt rechnen. Der genaue Preis richtet sich nach der erforderlichen Erkundungstiefe, dem Einsatz eines geländegängigen Bohrgeräts und dem Aufwand für die geotechnische Berichterstattung nach DIN 4020.
In welchen Tiefen ist der SPT in Konstanz aussagekräftig?
In den glazialen Schottern von Konstanz erreichen wir mit der schweren Rammsonde üblicherweise Tiefen zwischen 15 und 30 Metern. Die Grenze wird meist durch grobe, verbackene Konglomerate bestimmt, die in den Endmoränenzügen von Dettingen und Wollmatingen auftreten. In solchen Fällen dokumentieren wir den Abbruch sorgfältig und empfehlen ergänzende Verfahren.
Wie viele SPT-Bohrungen brauche ich für ein Einfamilienhaus in Konstanz?
Nach den Empfehlungen der DIN 4020 sollten Sie für ein Einfamilienhaus in Konstanz mindestens drei Aufschlusspunkte einplanen, um die Variabilität der eiszeitlichen Ablagerungen zuverlässig zu erfassen. In den seetonbeeinflussten Gebieten der Konstanzer Bucht kann eine höhere Aufschlussdichte sinnvoll sein, um weiche Linsen nicht zu übersehen.
