GEOTECHNIK
Konstanz, Germany
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Geotechnik in Konstanz

Die DIN 4020 in Verbindung mit dem Eurocode 7 (DIN EN 1997-2:2010) verlangt für jedes Bauwerk eine belastbare Baugrunderkundung – in Konstanz greift diese Forderung wegen der geologisch hochkomplexen Situation am Bodensee mit besonderer Dringlichkeit. Die Stadt liegt auf quartären Seeablagerungen, die von weichen Beckentonen über sandige Uferterrassen bis zu tragfähigen Molasseschichten reichen, und diese Wechselhaftigkeit macht eine rein schematische Erkundung nach Tabellenwerten riskant. Unser geotechnisches Labor führt die bodenmechanische Untersuchung in Konstanz nach einem stufenweisen Konzept durch, das mit der Entnahme ungestörter Proben beginnt und über die Klassifikation der Bodengruppen bis zur Ermittlung aller relevanten Kennwerte für den Standsicherheitsnachweis führt. Wir kombinieren dabei Felduntersuchungen wie die CPT-Versuch zur lückenlosen Schichtansprache mit Laborversuchen, die exakt die Spannungsgeschichte des Seebodens abbilden.

Der Konstanzer Seeton zeigt oft eine scheinbare Vorbelastung, die bei unzureichender Probenentnahme überschätzt wird – wir setzen auf schonende Entnahmetechnik und realistische Laststufen im Ödometer.
Geotechnik in Konstanz

Unser Ansatz

In Konstanz beobachten wir bei Projekten in Ufernähe immer wieder, dass die scheinbar steife Kruste über den weichen Seetonen viele Bauherren täuscht – erst die bodenmechanische Untersuchung deckt auf, dass darunter ein extrem setzungsempfindlicher Horizont liegt, der ohne Vorbelastung oder Bodenaustausch kritische Verformungen entwickelt. Wir setzen dafür konsequent auf Ödometerversuche mit Laststufen, die über die spätere Bauwerkslast hinausgehen, weil die Vorbelastungsspannung des Konstanzer Seetons oft nur knapp über der heutigen Überlagerungsspannung liegt. Ergänzend ziehen wir bei Hanglagen am Bodanrück die Böschungsstabilität heran, denn die tonig-schluffigen Auelehmböden neigen bei Wasserzutritt zu Kriechbewegungen, die ein oberflächliches Baugrundgutachten nicht erfasst. Jede Bodenprobe durchläuft bei uns die vollständige Klassifikation nach DIN EN ISO 17892, bevor die Festigkeits- und Verformungskennwerte ermittelt werden.

Örtliche Baugrundfaktoren

Konstanz zählt mit über 85.000 Einwohnern zu den wachstumsstärksten Städten Baden-Württembergs, und der Siedlungsdruck treibt Bauvorhaben zunehmend in Hanglagen und ufernahe Zonen, wo die geotechnischen Randbedingungen anspruchsvoll sind. Der Bodenseepegel schwankt saisonal um bis zu zwei Meter, und diese Wasserspiegeldynamik beeinflusst die Porenwasserdruckverhältnisse in den Uferböden direkt – ein Grundwassermonitoring während der bodenmechanischen Untersuchung ist deshalb unverzichtbar. Wer auf ein verkürztes Baugrundgutachten ohne belastbare Laborwerte setzt, riskiert Setzungsdifferenzen, die bei der empfindlichen historischen Bausubstanz der Konstanzer Altstadt Folgeschäden an Nachbargebäuden auslösen können. In den Moränenbereichen des Bodanrücks treten zudem immer wieder Findlinge auf, die bei unzureichender Erkundung zu plötzlichen Hindernissen im Tiefbau führen.

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Geltende Normen

DIN 4020: Geotechnische Untersuchungen für bautechnische Zwecke, DIN EN 1997-2:2010 (Eurocode 7): Erkundung und Untersuchung des Baugrunds, DIN EN ISO 17892-1 bis -12: Laborversuche an Bodenproben, DIN EN ISO 22475-1: Probenentnahme und Grundwassermessung, DIN 1054: Baugrund – Sicherheitsnachweise im Erd- und Grundbau

Ergänzende Leistungen

01

Felduntersuchung und Probenahme

Wir führen Kleinbohrungen und Rammsondierungen nach DIN EN ISO 22475-1 durch, entnehmen ungestörte Proben aus Seeton und Auelehm und messen den Grundwasserstand in eingerichteten Pegeln.

02

Laboruntersuchungen im zertifizierten Labor

Unser Labor ist nach DIN EN ISO/IEC 17025 akkreditiert und führt die vollständige bodenmechanische Untersuchung durch: Klassifikation, Ödometer-, Rahmenscher- und Triaxialversuche sowie Durchlässigkeitsbestimmungen.

03

Geotechnischer Bericht nach EC 7

Wir erstellen den Geotechnischen Bericht nach DIN 4020 mit charakteristischen Bodenkennwerten, Homogenbereichen für den Erdaushub und allen erforderlichen Nachweisen für Gründung, Böschung und Wasserhaltung.

Typische Parameter

ParameterTypischer Wert
Probenentnahme (ungestört)Ausstechzylinder / Kolbenprobennehmer nach DIN EN ISO 22475-1
Klassifikation (DIN EN ISO 17892-1/2)Korngrößenverteilung, Konsistenzgrenzen, Glühverlust
Wichte und DichteFeuchtwichte, Trockendichte, Porenanteil
VerformungsverhaltenSteifemodul Es aus Ödometerversuch (DIN EN ISO 17892-5)
ScherfestigkeitKohäsion c' und Reibungswinkel φ' aus Rahmenscher- oder Triaxialversuch (DIN EN ISO 17892-8/9)
WasserdurchlässigkeitDurchlässigkeitsbeiwert kf aus Laborversuch (DIN EN ISO 17892-11)
Erkundungstiefe Standard6 – 25 m je nach Bauwerksklasse (GK 2 / GK 3 nach DIN 4020)

Häufig gestellte Fragen

Wann ist eine bodenmechanische Untersuchung in Konstanz verpflichtend?

Nach DIN 4020 und der Landesbauordnung Baden-Württemberg ist eine Baugrunderkundung für jedes Bauvorhaben erforderlich, sobald Lasten in den Untergrund abgetragen werden. In den Uferzonen von Konstanz und bei Bauvorhaben der Geotechnischen Kategorie 2 oder 3 ist eine erweiterte bodenmechanische Untersuchung mit Laborversuchen zwingend, weil die Seetone und Auelehme als schwieriger Baugrund eingestuft sind.

Welche Laborversuche sind für den Konstanzer Seeton nötig?

Der Seeton im Konstanzer Becken erfordert wegen seiner ausgeprägten Vorbelastung unbedingt Ödometerversuche nach DIN EN ISO 17892-5 mit mindestens acht Laststufen, um den Übergang vom überkonsolidierten zum normalkonsolidierten Bereich sicher zu erfassen. Für die Standsicherheit von Böschungen am Bodanrück ergänzen wir Rahmenscherversuche oder Triaxialversuche (CU oder CD) nach DIN EN ISO 17892-8/9 zur Bestimmung der wirksamen Scherparameter.

Mit welchen Kosten muss ich für eine bodenmechanische Untersuchung in Konstanz rechnen?

Der Preis für eine bodenmechanische Untersuchung in Konstanz liegt je nach Bauwerksklasse und Erkundungstiefe zwischen €2.710 und €4.260. Kleinere Vorhaben der GK 1 mit einfacher Klassifikation liegen am unteren Ende, während Projekte der GK 2 oder 3 mit Triaxialversuchen, Ödometerversuchen und Grundwassermonitoring das obere Ende des Rahmens erreichen.

Wie lange dauert die Laborphase der Untersuchung?

Die reinen Laborversuche benötigen in der Regel zwei bis drei Wochen, wobei Ödometerversuche wegen der stufenweisen Belastung und Entlastung allein sieben bis zehn Tage in Anspruch nehmen. Die Feldarbeiten mit Bohrung und Probenahme sind meist in ein bis zwei Tagen abgeschlossen, sodass wir den vollständigen Geotechnischen Bericht etwa vier Wochen nach Auftragserteilung vorlegen können.

Standort und Servicegebiet

Wir betreuen Projekte in Konstanz und Umgebung.

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